| Erich Hackl ist ein großartiger Chronist. Er verbindet auch in dieser "Erzählung nach dem Leben" (wie er es selbst nennt) Haltungen und stilistische Elemente, die unvereinbar scheinen. Er ist konsequent parteiisch und bleibt zugleich mit seiner nüchternen Sprache im Hintergrund. Hackl ist leise und weckt laute Empörung. Er ist Historiker und Dichter, erhält Sachbuchpreise und ist trotzdem Literat.
In dieser Erzählung geht es um Gisi Tennenbaum, Tochter jüdischer Migranten in Argentinien. 1977 verschwindet Gisi, nach aller Wahrscheinlichkeit ist sie Opfer der Militärdiktatur, letzte Beweise dafür gibt es auch nach Hackls Rechereche nicht. |