| In einem Dorf in der Nähe von Innsbruck geht es zu wie überall in der Provinz: Hierarchien, Konflikte in und zwischen Familien, aber nach außen einen großen Zusammenhalt. Umso stärker wird dieser Zusammenhalt, wenn jemandem etwas Böses droht - eine Mordanklage zum Beispiel. Denn in Umbres wird ein Mann erschossen aufgefunden. Die Suche nach dem Mörder führt in die NS-Vergangenheit. Lina Hofstädter gelingt es, die Struktur des Dorfes schonungslos und trotzdem oft witzig darzustellen. So manch ein Lacher bleibt da schon im Hals stecken. Ihr Bild von der Provinzgesellschaft, eingebunden in eine österreichische Realität, die geprägt ist von der beginnenden Schwarz-Blauen Regierung, ist glaubhaft. Dass die politischen Verhältnisse mit der (unbewältigten) Vergangenheit zu tun haben, wird bestens dargestellt. Gut gelungen ist die Perspektive: Eine Ermittlung aus Sicht der DorfbewohnerInnen. Am Schluss des Buches allerdings wirkt die Geschichte ein wenig zerfahren. |