| Jemand der Austerlitz heißt, muss eine außergewöhnliche Vergangenheit haben. So ist es mit Jacques auch. Warum er immer ein Fremder in dieser Welt blieb und woher sein Rucksack stammt, von dem er sich nicht trennen will, erschließt sich nur über seine Erinnerungen. Nach und nach entdeckt er das jüdische Flüchtlingskind, das in den 40er Jahren nach Wales gebracht wurde und bei einer Prediger-Familie aufwuchs. Sebalds Roman ist eine bemerkenswerte Bearbeitung eines Stücks Geschichte, der gesellschaftlich wenig Beachtung geschenkt wurde, die aber das Leben von Betroffenen und deren Nachfahren entscheidend beeinflusste. Es ist ein Verlust für die Literatur, dass der Autor 2001 bei einem Verkehrsunfall ums Leben kam. |