| Indriðason-Fans aufgepasst, „Codex Regius“ ist kein neuer Krimi rund um Erlendur Sveinsson. Arnaldur Indriðason verlässt gewohnte Pfade, um sich diesmal den Handschriften der altnordischen Literatur zu widmen. Mit diesen will sich der junge Isländer Valdemar befassen, der dazu 1955 zum Studium nach Kopenhagen kommt. Doch sein Professor scheint eher dem Alkohol zugeneigt als der Wissenschaft. Erst als er Valdemars Talent, alte Handschriften zu entziffern, entdeckt, widmet er sich dem Studenten – und zieht ihn mit in einen Strudel dunkler Ereignisse. Denn der „Codex regius“, die wichtigste der Handschriften, ist längst nicht mehr in den Händen des Professors, der nur vorgibt, daran zu forschen. Während des Krieges wurde sie ihm von Nazis abgepresst. Und seither ist er auf der Suche, bei der ihm Valdemar nun helfen soll.
Zugegeben, die Handlung von „Codex Regius“ scheint browneske Züge zu haben, doch anders als der US-Bestsellerautor hält sich Indriðason an die Literaturgeschichte – und vermittelt dadurch isländisches Kulturverständnis besser als so manches Sachbuch. |