| Mario Conde ist Mitte dreißig und der beste Ermittler der Kripo von Havanna. Seine Sehnsucht ist es, Schriftsteller zu werden.
Leonardo Padura hat seine vier Mario-Conde-Romane 1989 angesiedelt (Ein perfektes Leben, Handel der Gefühle, Labyrinth der Masken, Das Meer der Ilusionen). Das Krimi-Genre nützt er, um ein ungeschöntes Bild der kubanischen Gesellschaft zu entwickeln. Im Zentrum steht die sogenannte "verborgene Generation", die Kuba bewusst nur nach der Revolution von 1959 kennt. Padura erzählt über die Mühen des Alltags, die Bedeutung der Exilkubaner in Miami, das Leben im und mit dem Mangel, Korruption und gesellschaftliche Gegensätze, die es theoretisch gar nicht geben dürfte. Mario Conde reflektiert die gesellschaftliche Entwicklung von 30 Jahren anhand der eigenen Kindheit und Jugend und jener seines Freundeskreises, dem er seit der Schulzeit verbunden ist.
Padura und sein Alter Ego sind solidarisch mit den einfachen Menschen in Kuba und auf wunderbare Weise in Havanna tief verwurzelt.
Grandios geschrieben, hervorragend übersetzt.
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