| Die Toten von München
Seit „Die blaue Liste“ (2003) ist Georg Degler, der Privatdetektiv des deutschen Autors Wolfgang Schorlau, darauf spezialisiert, sich in (deutsche) politische Untiefen zu begeben. So auch in „Das München-Komplott“, bei dem es nicht – wie man beim Titel vermuten würde – um das Olympiaattentat 1972 geht, sondern um den Bombenanschlag auf das Münchner Oktoberfest im Jahr 1980. 13 Menschen starben, über 200 wurden verletzt, als Einzeltäter wurde der Rechtsextremist Gundolf Köhler, der selbst bei der Explosion starb, präsentiert. Nun soll Dengler sich im Auftrag des Bundeskriminalamts noch einmal mit dem Fall beschäftigen – und bald beginnt er an der Theorie des Einzeltäters zu zweifeln und stößt auf ein blutiges Komplott diverser Geheimdienste.
Wie immer bedient sich Schorlau (historischer) Fakten, um daraus eine in sich schlüssige hochspannende Polit-Fiction zu schreiben. An die Möglichkeit einer möglichen politischen Wahrheit denkt man beim Lesen lieber nicht – es wäre zu erschütternd. |