| Ein abgelegenes Hochtal gegen Ende des 19. Jahrhunderts: Eine verschworene Gemeinschaft ist‘s, die geduckt unter den hohen Bergen und der Herrschaft des Brenner-Bauern ihr karges Leben fristet. Eines Tages kommt ein Fremder namens Greider in diese Abgeschiedenheit, malen will er – und bekommt auch Unterkunft bei der verwitweten Gaderin und deren Tochter Luzi. Scheinbar ziellos wandert Greider durchs Hochtal, skizziert die Landschaft und Häuser, beginnt die Menschen zu zeichnen. Mit dem ersten Schnee hält auch Ruhe Einzug im Tal, eine Ruhe, die durch den Unfalltod eines Sohnes vom Brenner-Bauern gestört wird. Bald danach stirbt ein nächster Sohn. Nicht die besten Vorzeichen für die nahende Hochzeit von Luzi mit Lukas – doch auch dieses eigentlich freudige Ereignis wirft dunkle Schatten voraus.
Mögen Buchcover und Klappentext vorerst einen Heimatroman suggerieren, wird schon anfangs durch die Kleidung des Fremden – Lederstiefel und heller Staubmantel – klar, dass „Das finstere Tal“ von Thomas Willmann die Genregrenzen sprengt. Denn Greider ist eigentlich ein junger Clint Eastwood, der einen blutigen und furiosen Rachefeldzug in den Alpen beginnt. Und so archaisch wie ein Italo-Western ist auch Willmanns Sprache – ein sensationelles literarisches Debüt. |