| Krimischreibern aus Skandinavien kann leicht das gleiche Schicksal drohen wie chinesischen Tischtennisspielern – in der Masse der Klasse ist es schwer aufzufallen. So war es auch erst der sechste Roman der Harry-Hole-Reihe, der den Rezensenten auf den Norweger Jo Nesbø aufmerksam machte – sehr spät, aber Gott sei Dank doch noch.
Harry Hole, Hauptkommissar der Osloer Polizei und quartalsweise trockener Ermittler, bekommt es mit einem Mord an einem Offizier der Heilsarmee zu tun. Bald wird ihm klar, dass dieser das Opfer eines professionellen Auftragskillers und auch einer Verwechslung war. Alles scheint nun eine Frage der Zeit zu sein: Wer ist schneller, Hole oder der Killer? Gänzlich außer Kontrolle gerät der Fall, als Holes Kollege Halvorsen ermordet wird und Hole die heile Welt der Heilsarmee näher durchleuchtet.
Ein komplexer Fall mit perfektem Spannungsbogen, ein verletzlicher Kommissar mit Ecken und Kanten, stilistisch klar wie eine Polarnacht und mit gesellschaftspolitischem Anspruch erzählt. Um es auf den Punkt zu bringen: Nesbø ist Krimikunst pur. |