| In vier Romanen erzählt Erasmus Schöfer deutsche Geschichte zwischen den Jahren 1968 und 1989. Über zwei Jahrzehnte begleitet der Autor eine Hand voll fiktiver Figuren, deren Lebensläufe mit den realen Ereignissen und realen Figuren verknüpft werden. Entstanden ist ein akribisch recherchiertes Zeitdokument mit einem Gesamtumfang jenseits von 2000 Seiten. Der erste Band ist dem Aufbruch von 1968 gewidmet. Im Mittelpunkt stehen die Proteste gegen den Springer-Konzern (Bild-Zeitung) und ein Streik an den Münchner Kammerspielen.
In "Zwielicht" geht es u.a. um Bürgerbewegungen etwa gegen das AKW-Projekt in Wyhl, aber auch um eine Auseinandersetzung mit dem Terrorismus der RAF.
Band 3 trägt den Titel "Sonnenflucht" Viktor Bliss, engagierter Geschichtslehrer mit Berufsverbot hat sich nach Griechenland zurückgezogen, sein Freund der Gewerkschafter Manfred Anklam versucht ihn nach Deutschland zurück zu holen, wo die Aufbruchsstimmung von 1968 längst verflogen ist. Literarisch der gelungenste Roman des vierbändigen Werks.
Band 4 schließlich zeichnet den Niedergang der linken Bewegungen nach, begleitet die ProtagonistInnen in ihren privaten Verwicklungen und endet mit dem Fall der Berliner Mauer.
Auch wenn manchesmal die privaten Lebensläufe etwas langatmig sind, ist das Mammutwerk den Leseaufwand sowohl für Zeitgenossen, wie auch für Nachgeborene interessant. |