| Zum falschen Zeitpunkt mit den falschen Freunden am falschen Ort – für den 18-jährigen Mahdi Hamama bedeutet dies ohne Anklage zwei Jahre Haft in einem irakischen Gefängnis. Zwei Jahre voller Folter, Grausamkeit, Hunger, Dreck und Einsamkeit, zwei Jahre ohne Kontakt zu seiner Familie. Diese Hölle überlebt Mahdi nur durch die Macht der Fantasie, die Kunst des Erzählens und vor allem die Kraft der Erinnerung. Und so erzählt Abbas Khider in „Die Orangen des Präsidenten“ mit viel Liebe und Humor eine zweite Geschichte, nämlich die einer schiitischen Kindheit und Jugend im Irak der 80er Jahre. Eine Zeit, die geprägt ist vom Krieg zwischen dem Irak und dem Iran, von einem Klima der Angst, von den Repressalien, der Willkür und dem Zynismus des Saddam-Hussein-Regimes, der auch Mahdi zum Opfer fällt. Hoffnung hat er im Gefängnis nur einmal, als das Gerücht aufkommt, dass es zum Geburtstag Saddams eine große Amnestie gebe. Doch die Gefangenen erhalten nur eine – titelgebende – Orange. |