| Kultverdächtig. Ob er nicht einen schrecklichen Fehler gemacht habe, fragt sich Driver im ersten Satz des gleichnamigen Romans von US-Autor James Sallis. Um am Ende des ersten Kapitels kryptisch zu hoffen: „Vielleicht sind, vorläufig, drei Leichen genug.“ Sallis‘ Protagonist, nur Driver genannt, hat sich aus tristen Verhältnissen zum gefragten Stuntfahrer in Hollywoods Action-Szene hochgearbeitet. Sein Nebenverdienst ist weniger ehrlich, aber nicht weniger gefährlich – Driver arbeitet als Fluchtfahrer bei kleinen Raubüberfällen. Bei einem dieser Überfälle geht alles schief und Driver sitzt mit drei Toten und über 100.000 Dollar in einem schäbigen Motelzimmer. Eigentlich will er nur seine Ruhe haben, doch die Rückgabe der Beute an die Auftraggeber wird zu einer blutigen Auseinandersetzung.
Vor Kurzem wurde „Driver“ als bester internationaler Roman mit dem Deutschen Krimipreis ausgezeichnet – und nur selten kann man einer Jury so uneingeschränkt gratulieren. Ein dichtes Meisterwerk in der Tradition des Roman noir, lakonisch und sprachgewandt, hart und düster, ein Kleinod. |