| „Mit euch zu reden, hält mich warm.“ – Diesem Credo folgen die zwei Protagonisten von Joseph Boydens Roman „Durch dunkle Wälder“. Der Cree-Indianer Will Bird, leidenschaftlicher Säufer, Buschpilot und Jäger, liegt nach einem brutalen Überfall im Koma – und lässt sein Leben in den kanadischen Wäldern an sich vorbeiziehen. An seinem Krankenbett sitzt seine Nichte Annie Bird, die versucht, Will ins Leben zurückzuholen, indem sie mit ihm redet. Sie erzählt ihm von der Suche nach ihrer verschwundenen Schwester Suzanne, die zwei Jahre zuvor ihr Heimatdorf Moosonee verließ, um als Model in den kanadischen Städten zu arbeiten.
Opulent und famos erzählt Boyden vom Aufeinandertreffen zweier Welten, von indianischen Traditionen, die durch die Moderne bedroht sind, vom Überlebenskampf der Cree-Indianer, deren Sitten und Gebräuche Vergangenheit sind und die noch keinen Platz in der neuen Welt gefunden haben. Eindrucksvoll zeigt Boyden, dass er nach „Der lange Weg“ mit seinem zweiten Roman aus der Liga der besten Autoren Kanadas nicht mehr wegzudenken ist. |