| marcus messner, sohn eines jüdischen metzgers und dessen frau aus newark, beginnt 1951 - dem zweiten jahr des korea-kriegs - sein studium an einem konservativen college in ohio, vorwiegend, um seinem scheinbar verrückt gewordenen vater, der seit kurzer zeit von der geradezu wahnhaften angst besessen ist, seinem sohn würde - wo auch immer, nur nicht zuhause, in den eigenen 4 wänden - etwas schlimmes zustoßen, zu entfliehen. doch auch am college kommt markie nicht zur ruhe: neben dem druck, (weiterhin) bestnoten zu bekommen und seiner ersten sexuellen erfahrung, die ihn tief verwirrt, hat er vor allem mit streitlustigen zimmergenossen, einem passiv-aggressiven dean und dem vorsitzenden der jüdischen studentenvereinigung am college zu kämpfen. diese - vor allem unterschwelligen - konflikte, die marcus zur verzweiflung treiben, hindern ihn daran, das einzige zu tun, was ihn hier interessiert: sie hindern ihn am lernen. bis es eines tages zum skurrilen höhepunkt kommt ...
philip roth ist hier mal wieder ein großartiger roman gelungen. trotz seiner kürze von gerade mal 200 seiten ist in "empörung" alles vorhanden, was man sich wünscht, passt alles ineinander, liest sich alles wie aus einem guss. roth beschreibt die entwicklung eines jüdischen teenagers einfühlsam und kraftvoll, die dialoge zwischen marcus und seinen "gegenspielern" sind schlichtweg großartig und erzeugen beim leser unweigerlich dasselbe gefühl, das auch marcus ergreift: empörung. |