| In "Felsenbrüter" erzählt Ivana Jeissing die Geschichte von Martha, die nach 12 Jahren Ehe von ihrem Mann Tom verlassen wird, und nun vor den Überresten des Trümmerhaufens steht, der ehemals ein "gemeinsames" Leben war.
Auf der Suche nach sich selbst, einem Weg aus dem Liebeskummer und einem potentiellen neuen Lebenspartner begleitet sie ihre recht eigenwillige Tante Maud auf deren Reise nach Sark, einer Kanalinsel, auf der die naturwissenschaftlich studierte Tante diverse Himmelsphänomene beobachten möchte. Und auch wenn Maud nicht unbedingt die erste Wahl in Sachen Beratung bei Liebeskummer ist, so erweist sich ihre trockene und realistische Art schon bald als äußerst hilfreich auf Marthas Weg in die neue Eigenständigkeit.
Das Liebe manchmal Zeit braucht, kommen und gehen kann und meist unerwartet auftaucht, wissen die meisten, und doch gelingt es Ivana Jeissing, dem an sich recht schweren Thema mit der ihr eigenen ironischen und leichten Erzählweise eine ganz besondere Atmosphäre zu verleihen. Und am Schluss wünscht man sich, man hätte selbst eine Tante Maud, die einem nicht nur den Sternenhimmel, sondern auf diesem Umweg auch das Leben und Lieben ein wenig näher bringen könnte. |