| Bei einem Rundgang über der Invalidenfriedhof in Berlin erzählt der Friedhofswärter einem unbekannten Erzähler von einer großen Liebe: Marga von Etzdorf und Christian von Dahlem, die hier begraben liegen. Sie sind sich Anfang der dreißiger Jahre in Japan begegnet. Beide verbringen eine zauberhafte Nacht, geheimnisvoll und erotisch. Mangels ausreichender Unterkünfte in der Stadt übernachten sie im selben Zimmer, das nur durch einen langen Vorhang getrennt ist. Im Schatten der Lampen können sie ihre Silhouetten ausmachen, und sie können ihren Stimmen lauschen.
M. v. Etzdorf hat als erste europäische Fliegerin den langen Flug nach Japan geschafft. Der Diplomat von Dahlem befindet sich in geheimer Mission im fernen Osten. Mut, Ausdauer, gutes Aussehen und exorbitante Aktivitäten üben eine magische Anziehung auf jeden aus, der den beiden begegnet.
Der Schauspieler, Gaukler und Entertainer Miller kommt zwischen den Zeilen zu Wort. Er erscheint wie der Narr an der Tafel des Hofes, und er kannte die beiden gut.
Während des Gangs über den Friedhof kommen nicht nur bekannte Größen des Nazireichs zu Wort.
Es erhebt sich ein Chor von Stimmern, der unheimlich und düster nach und nach Einzelschicksale beleuchtet. Dabei geht das Erzählte zurück bis zu den Befreiungskriegen zwischen Preußen und Napoleon, die mit dem Namen Scharnhorst verbunden sind, leitet über zum ersten Weltkrieg, in dem der Jagdflieger Udet zu Glanz und Ehren kam und führt uns dann in den zweiten Weltkrieg mit der Judenverfolgung und dem Judenschlächter Heydrich an der Spitze.
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