| Lustig wirbelt Sigurdardóttir Erzählzeiten und –perspektiven durcheinander, sodass die Lektüre sowohl anstrengend, als auch anregend ist.
Die Geschichte ist schnell erzählt: drei Frauen (Mutter, deren Freundin und die Tochter) machen sich auf die Reise von Rekjavik an das Ostende der Insel. Grund für die Fahrt ist der Wunsch, die Tochter aus den Fängen einer äußerst drogenaffinen Jugendgruppe zu entreißen. Aber aus der Fluchtgeschichte der drei Frauen entwickelt sich im Laufe des Romans eher eine Reise in die Vergangenheit der noch jungen Mutter Harpa Eir, die sich in dieser schwierigen Phase ihres „Tochtermonsters“ Edda an ihre eigene Geschichte erinnert. Langsam kristallisiert sich die wahre Herkunft von Harpa heraus und derart macht auch sie mit dieser Fahrt durch Island eine Entdeckungsreise in das eigene Ich.
Was „Herzort“ noch als literarische Perle qualifiziert sind die eindrücklichen Landschaftsbeschreibungen, die den Roman zu einer wunderbaren Reise im Kopf durch diese wunderbare Insel werden lässt.
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