| Mit „Hier hat‘s mir schon immer gefallen“ begibt sich Annie Proulx zum dritten Mal mit einer Geschichtensammlung ins Herzen von Wyoming – und zeigt wiederum, dass sie zur Elite der Kurzgeschichtenerzähler zählt. Leicht ist das Leben nicht im bevölkerungsärmsten Bundesstaat der USA, es ist geprägt von der Rauheit des Landes, an der auch die Figuren von Annie Proulx scheitern. Während der junge Cowboy Archie im Winter des Jahres 1886 erfriert, sieht die Bergwanderin Catlin im heutigen Wyoming unter einem Felsen eingeklemmt in der glühenden Hitze ihrem Tod entgegen. Auch wer aus dem Land flieht, scheitert: Die junge Dakota verliert im Golfkrieg einen Arm, zu Hause stirbt ihr Kind bei einem Autounfall.
Durch die Bank widmet sich Annie Proulx den sozial Schwachen, schreibt schonungslos über deren aussichtslose Versuche, das Schicksal zu meistern. Vielleicht hat sie deswegen ihrer Sammlung zwei teuflische Satiren beigefügt, die nicht so recht in den Band passen – der Rest ist aber mehr als großartige Literatur. |