| Einen meisterhaften Roman präsentiert der Suhrkamp Verlag mit „Im Schatten des Vaters“ von David Vann, eine Geschichte über Liebe, Tod und Verzweiflung. Der Zahnarzt Jim will aussteigen, gibt seinen Beruf auf und kauft sich auf einer kleinen Insel im Süden Alaskas eine Holzhütte. Dort will er mit seinem 13-jährigen Sohn Roy ein Jahr verbringen. Doch Jim ist auf das Leben in der Wildnis nicht vorbereitet, es fehlt ihm das überlebenswichtige Know-how. Außerdem leidet er an Depressionen und ist selbstmordgefährdet. Eine klassische Vater-Sohn-Geschichte also, wäre da nicht eine abrupte Wendung – denn nicht Jim erschießt sich, sondern Roy. Eine Tat der Verzweiflung, um durch den eigenen Tod den Selbstmord des Vaters zu verhindern. Was nun folgt, ist an Düsterheit nicht zu überbieten. Jim irrt monatelang mit der Leiche seines Sohnes durch die Wälder, bis er endlich von einem Suchtrupp gefunden wird und für den Mörder seines Sohnes gehalten wird – plötzlich klammert sich Jim an sein Leben. |