| Mit dem Roman "Jagdsaison" führt uns Camilleri nach Sizilien im Jahre 1880. Ein Fremder betritt á la Clint Eastwood das Gestade und schwupps: Innerhalb der nächsten Monate geschehen 9 mysteriöse "Unfälle". Doch erst nachdem ein neuer Stadtkommandant namens Commissario Salvo Montalbano eingesetzt wird, beginnen die eigentlichen Ermittlungen.Doch "Jagdsaison" ist alles andere als "nur" ein Kriminalroman. Er ist vor allen Dingen ein Sittengemälde und soziologisches Panoptikum einer Welt voller genau und präzise gezeichneter Charaktere.
Camilleri verleiht fast jedem Charakter zwei Seiten nach dem Motto "Wo Licht ist, ist auch Schatten". Durch die Lebendigkeit der Charaktergenerierung wirkt auch groteskes oder skurilles Verhalten glaubwürdig und nachvollziehbar. Hinter der Fassade des gemütlichen Dorflebens brodelt Bosheit, Hass, Liebe, Verachtung und Rachegelüste und es ist die Aufgabe Commissario Salvo Montalbanos, sich in diesem Labyrinth zurecht zu finden und die Morde aufzuklären.Dies geschieht mit viel gesundem Menschenverstand, Intuition, unkonventionellen ja teils anarchischen Methoden und natürlich Witz und Hartnäckigkeit. Das dabei die Lebendigkeit der gezeichneten Charaktere eine besondere Rolle spielen, liegt auf der Hand.
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