| Flucht ohne Ausweg
In seinen Romanen widmet sich der 1933 geborene Kultautor Cormac McCarthy Menschen am Rande der US-Gesellschaft. „Kein Land für alte Männer“ (dessen Verfilmung durch die Coen-Brüder mit mehreren Oscars prämiert wurde) bildet dabei keine Ausnahme. Llewelyn Moss findet in der Wüste zwei zerschossene Autos, mehrere Leichen, kiloweise Heroin und einen Koffer voller Dollars. Moss nimmt das Geld und verschwindet. Doch als er am nächsten Tag seine Spuren verwischen will, wird er schon von Gangstern erwartet. Moss kann fliehen, doch er wird auf den Straßen und in den billigen Motels zwischen Texas und Mexiko zum Gejagten.
Ein klassischer Road-Krimi möchte man denken, doch es wäre nicht McCarthy, wenn er ihn nicht mit „seinen“ Figuren zum großen Meisterwerk hochschreiben würde: Moss, der mit seiner Freundin Carla Jean in einem tristen Wohnwagen haust, der alternde Kleinstadtsheriff Bell, die namenlose Ausreißerin und der psychopathische Auftragskiller Anton Chigurh, dessen bevorzugte Waffe ein Bolzenschussgerät ist. |