| Vor einem Jahr betrat der damals 29-jährige Brite Tom Rob Smith mit „Child 44“ (dt. „Kind 44“, Dumont) die Literaturbühne, nun liegt schon der zweite Roman rund um Leo Demidow vor. Drei Jahre ist es her, dass der nun ehemalige KGB-Agent einen Serienmörder jagte, jetzt, im Jahr 1956, soll er als geheimer Sonderermittler den Mord an zwei Geheimdienstlern klären. Die Abrechnung Chruschtschows mit den Verbrechen Stalins hat ehemalige Opfer veranlasst, mit ihren damaligen Folterern abzurechnen. Und Demidow ahnt, dass auch er auf ihrer Liste steht. Als seine Adoptivtochter entführt wird, bleibt ihm nur ein Weg, um sie zu retten. Er muss in die Höhle des Löwen, in den Gulag von Kolyma, um einen Priester zu befreien, den er selbst ans Messer geliefert hat.
Wohl selten gelingt es einem Autor, in so kurzer Zeit einem sensationellen Debüt einen ebenso starken Zweitling nachzulegen. Wieder kreist Smith um die Frage Schuld und Sühne, wieder hat er exzellent recherchiert und spannt einen historischen Bogen von Sibirien ins Budapest von 1956. Einfach ein atemberaubender Roman. |