| Daheim bei Fremden
Medicine River, eine kleine unscheinbare Siedlung im Westen Kanadas, in der Nähe eines Blackfoot-Reservats. Es ist die Heimatstadt von Will, einem Fotografen aus Toronto, der zur Beerdigung seiner Mutter nach Medicine River zurückkehrt. Doch aus dem geplanten Kurzaufenthalt wird nichts, denn Will hat auf Harlen Bigbear vergessen, der erstens für Will eine Frau suchen und zweitens den Halb-Blackfoot wieder zu seinen Wurzeln zurückführen will. Und Harlen weiß auch, wie er sein Vorhaben umsetzen will: Er nimmt den lausigen Basketballspieler Will in das Native-Team von Medicine River auf und überredet ihn, als einziger Native-Fotograf ein Studio zu eröffnen. Und Will taucht ein in eine Welt voller liebevoller, aber auch skurriler Gestalten.
„Medicine River“ ist das literarische Debut des kanadischen Native-Autors Thomas King aus dem Jahr 1989, doch jede Seite davon ist auch heute noch lesenswert. Mit viel Humor spielt King mit alten und neuen Indianer-Klischees, erzählt abseits jeglicher Ethno-Romantik und schafft damit grandiose Literatur. |