| Als die R.A.F. zu Beginn der 1970er Jahre das Konzept ihrer "Stadtguerilla" entwirft, wird "Nada" gerade geschrieben. Der bereits verstorbene Jean-Patrick Manchette zeichnet mit diesem Kriminalroman ein Bild des anarchistischen Widerstands der 68er-Generation: Blutjunge blauäugige TräumerInnen, hartgesottene RomantikerInnen, passionierte TheoretikerInnen treffen da auf alte desillusionierte KämpferInnen und korrupte Wendehälse. Der Autor wirft die Frage nach Legitimität, Sinnhaftigkeit und Grenzen des bewaffneten Widerstands auf und identifiziert schonungslos die Abgründe. Und er bleibt dabei: Linker Terrorismus ist dennoch nicht dasselbe wie Staatsterror, dessen Unverschämtheit, Selbstverständlichkeit und Rohheit besonders in der scheinbaren Reaktion deutlich wird. Übrigens: Dass "nada" bleibt, ist nicht gewiss. |