| Rom von 1977 bis 1992 – einen weiten Bogen spannt Giancarlo De Cataldo in seinem „Romanzo Criminale“. Ein Roman über den Aufstieg einer Bande von Jugendlichen („Banda della Magliana“) von der Kleinkriminalität in ihrem Viertel über das Geschäft mit Drogen, Prostitution und Glücksspiel in Rom bis zur Verflechtung mit Politik und Mafia. Das mehrfach ausgezeichnete Buch schlug seinerzeit in Italien ein wie eine Bombe, seit 2002 hat es 24 Auflagen erlebt, Michele Placido verfilmte es 2005 fürs Kino, 2008 folgte eine zwölfteilige TV-Serie. Dass es so lange brauchte, bis „Romanzo Criminale“ ins Deutsche übersetzt wurde, verwundert. Denn einerseits ist der Roman ein schonungsloses Sittenbild der italienischen Politik dieser Zeit (der Fall Aldo Moro mit all seinen dubiosen Verstrickungen, von Geheimdiensten gesteuerter Terror, die fanatische Jagd auf die politische Linke …), andererseits ist er ein packender Thriller par excellence, von De Cataldo auf geradezu grandiose Art und Weise erzählt, der bis zur letzten Seite gefangen nimmt. |