| Im Süden von Peru, in Ayacucho, wird just in der Osterwoche ein Toter gefunden. Ist das der Beginn des Wiederaufflammens der gewaltvoll agierenden maoistischen Gruppe "Leuchtender Pfad", die in den 1980er und 1990er Jahren aktiv war? fragt sich der Staatsanwalt. Zunächst noch naiver, treuer Diener seines Staates, gerät er in eine Spirale der Gewalt, die auch ihn selbst - seine Geschiche, Gegenwart und Zukunft - nicht ausnimmt. Drastisch veranschaulicht der Peruanische Schriftsteller Santiago Roncagliolo, zu welchen Abscheulichkeiten Menschen fähig sind. Letztlich erweisen sich auch hier die Motive zu solchen Morden als allzu banal, selbst wenn sie mit höheren Werten kaschiert werden. Der Staatsanwalt wühlt in einem Fall, der mehr ans Licht bringt, als ihm lieb ist. Ayacucho als Schauplatz für Roncagliolos erschreckendes Bild einer von Gewalt verletzten Gesellschaft ist kein Zufall, ist dieses Gebiet doch eines jener, in dem sich die Indios den Weißen nie unterworfen haben, und auch der Leuchtende Pfad fand seinerzeit hier seinen Anfang. Gut recherchiert zeigt der Autor auf, dass die Möglichkeiten des Militärregimes, seine BürgerInnen zu terrorisieren, die Vorstellungskraft von einzelnen weitaus übersteigt. Das Buch ist somit nicht nur ein spannender Roman, sondern ein sehr gut gelungener Beitrag zur Geschichte Perus. |