| In „Romanzo Criminale“ waren es die Jahre 1977 bis 1992, der Aufstieg einer Bande römischer Jugendlicher von der Kleinkriminalität über das Drogengeschäft bis zur Verflechtung mit Mafia und Politik, in „Schmutzige Hände“ ist es der vergleichbar kurze Zeitraum vom Herbst 1992 bis zum Dezember 1993, dem sich der italienische Autor (und Richter) Giancarlo de Cataldo widmet. Doch wer glaubt, in dieser kurzen Zeitspanne würde weniger passieren, der irrt – es ist die heiße Zeit in der Auseinandersetzung zwischen Mafia und Staat. Im Zentrum steht dabei Kommissar Scialoja, der mit der Mafia verhandelt, um den Terror zu beenden. Doch die Mafia ist zweigeteilt, eine neue Generation strebt an die Macht, unterstützt wird sie vom ehemaligen Gladio-Mitarbeiter Stalin Rossetti. Ein Konflikt ist unvermeidlich.
Italien am Abgrund, das ist de Cataldos großes Thema, das er auf meisterhafte Art literarisch darlegt. Große Literatur mit real-politischem Hintergrund.
P.S.: Ein Verzeichnis der zahlreichen Akteure und ein Glossar wären für die Lektüre hilfreich. |