| Die dunkle Seite von Stockholm
Johan Westlund, nur JW genannt, Jorge und Mrado – drei Typen der Stockholmer Unterwelt. JW ist zum Kokslieferanten für die Schickimicki-Szene der schwedischen Hauptstadt aufgestiegen, Jorge sitzt wegen Drogenhandel und kann auf spektakuläre Weise fliehen, Mrado ist der Mann fürs Grobe in der Szene, hält seinem Boss, dem Unterweltkönig Radovan, den Rücken frei. Bis dieser ihm das Vertrauen entzieht. Die Wege von JW, Jorge und Mrado kreuzen sich, mit Koks wollen sie das große Geld machen – und sie wollen Radovan aus dem Weg räumen.
„Ich wollte mit der schwedischen Krimitradition brechen und aus der Sicht der Verbrecher schreiben“, meinte Jens Lapidus über seinen Debutroman. Und der Bruch mit Mankell & Co. ist dem heute 35-jährigen Anwalt gelungen – auf grandiose Weise. Lapidus schickt seine Protagonisten auf eine atemberaubende Achterbahnfahrt durch Stockholm und passt dem Tempo der Handlung seine Sprache an – ein Stakkato à la James Ellroy. Drogen, Gangs und Gewalt dominieren „Spür die Angst“, die „normale“ schwedische Gesellschaft und die Polizei sind maximal Randerscheinungen. Der Stockholmer Tourismusverband wird keine Freude mit dem Roman haben, Hard-boiled-Krimifans hingegen haben einen neuen Kultautor. |