| Düsteres Eis
Die Franklin-Expedition ist wohl das düsterste Kapitel in der jahrelangen Suche nach der Nordwestpassage. Am 19. Mai 1845 brechen die Schiffe Erebus und Terror unter dem Kommando von Sir John Franklin auf, um den nördlichen Seeweg zwischen Atlantik und Pazifik zu finden. Von den zwei Schiffen und der 129 Mann starken Besatzung verliert sich im ewigen Eis (fast) jede Spur. Der Amerikaner Dan Simmons hat sich dieser tragischen Expedition angenommen, hat akribisch alle bekannten Fakten recherchiert – und noch eins draufgesetzt. Denn in seinem Roman „Terror“ kämpfen die Arktisforscher nicht nur gegen Eiseskälte, Dunkelheit, Hunger und Skorbut, sie bekommen es auch noch mit einem unheimlichen Wesen aus dem Eis zu tun, das die Besatzung sukzessive massakriert.
Historie gepaart mit (Horror-)Fiktion: Innuitkultur und britische Selbstherrlichkeit, (un)menschlicher Überlebenskampf in polaren Landschaften, ständiger Perspektivenwechsel – Simmons hat sich viel vorgenommen, hält seinen Vorsatz aber ganze 990 Seiten lang perfekt durch. |