| Island ist Ehrengast auf der heurigen Frankfurter Buchmesse. Neben Nobelpreisträger Halldór Laxness (1955) und dem Krimiautor Arnaldur Indriðason ist die isländische Literatur vor allem für die Edda, die Sammlung skandinavischer Götter- und Heldensagen, bekannt. Mit „Versöhnung und Groll“ entführt uns Einar Kárason in die Entstehungszeit der Edda, in die Zeit der Sturlunger. Doch diese Jahre von 1180 bis 1262 waren für Island auch eine Epoche der Morde, der Geschlechterfehden und der Kriege. Gewalt und Machtkämpfe bestimmten das Leben, die eisige Insel, auf die der norwegische König ein Auge geworfen hatte, war quasi unregierbar geworden. Da reicht einer der kriegerischen Anführer, Gissur Þorvaldsson, dem anderen Clanchef, Sturla Þórðarson, die Hand zum Frieden. Die Hochzeit ihrer Kinder soll den Pakt besiegeln, doch nicht alle Inselbewohner glauben an bzw. wollen den Frieden. Aus vielen Sichtweisen erzählt Kárason dabei von nie versiegendem Hass, von Rache und Verrat, aber auch von Hoffnung und Liebe – kurz: von der menschlichen Natur. Und das mehr als eindrucksvoll. |