| Durch die Wirren des Bürgerkriegs
Der 19-jährige Jacob Rappaport ist ein Mann, der nicht Nein sagen kann. So auch nicht an einem Märzabend im Jahr 1861, an dem ihn sein Vater mit der geistig beeinträchtigten Tochter eines Geschäftspartners verkuppelt. Jacob flieht vor der Zwangsehe, meldet sich zur Armee und findet sich auf Seiten der Unionstruppen im amerikanischen Bürgerkrieg wieder. Der Sohn jüdischer Einwanderer erhält einen Spezialauftrag – er soll in New Orleans seinen Onkel, der ein Attentat auf Abraham Lincoln plant, ermorden. Nach erfolgreicher Mission wird er wieder in den Süden geschickt – er soll die Spionin Eugenia Levy heiraten. Wieder hält sich Jacob an seine Mission – dass er sich in Eugenia verliebt, konnten weder er noch seine Auftraggeber ahnen. Erstmals in seinem Leben beginnt Jacob über Entscheidungen nachzudenken, bevor er diese trifft. Doch es ist zu spät, zu sehr ist er in seinem Agentensein und den Kriegswirren gefangen. Ein Krieg, der ihn quer durchs Land treibt und psychisch wie auch physisch tiefe Narben hinterlässt.
Akribisch recherchiert hat Dara Horn für „Vor allen Nächten“ , was der Story – neben der famosen fiktiven Geschichte um Jacob – eine unglaubliche Authentizität verleiht. Kombiniert mit Horns Erzählweise, der trotz Kriegsgräuel nicht der Humor fehlt, ergibt dies einen Roman, der bis zum Schluss fesselt. |