Eine tote junge Frau in einem neu eröffneten Luxus-Wohnkomplex, drei grausam verstümmelte Leichen in einem Lagerhaus, eine zerrüttete Ehe, eine drogenabhängige abgängige Tocher, unerträgliche Hitze, brennende Wälder an den Grenzen der Stadt: Gnadenlos hetzt Peter Temple in seinem Roman „Wahrheit“ den Ermittler Stephen Villani durch die Straßen Melbournes und die korrupte Politik Australiens. Geld, Macht und Sex bestimmen das Leben in der australischen Millionenstadt, Geben und Nehmen steht auf der Tagesordnung. Auch Villani ist kein guter Bulle, trotzdem ist er ein vom Beruf Getriebener, dem es um die Wahrheit geht – auch wenn er sie, nach einem furiosen Finale, schlussendlich verraten wird.
Mit „Wahrheit“ läuft Temple zur literarischen Hochform auf. Teilweise staccatoartiger Schreibstil, hohes Tempo, abrupte Wechsel der Handlungsstränge, eingestreute Erinnerungen – eindeutig keine leichte Lektüre für einen „Thriller“. Kein Wunder also, dass „Wahrheit“ mit dem Miles Franklin Award ausgezeichnet wurde – als bester australische Roman des Jahres 2010.
dertom meint... vor einem Jahr
Ich bin ja nicht so der Thrillerleser (aber ich lese trotzdem gerade eben einen türkischen Thriller :-), aber das hier klingt echt interessant!