| Selbstjustiz
Julius Winsome lebt als Einsiedler in den Wäldern von Maine – umgeben ist er von 3282 Büchern, seine einzige Gesellschaft ist Hobbes, ein verspielter Pitbullterrier. Dieser wird eines Tages erschossen, von einem Jäger. Mit Absicht, wie es scheint. Der Tod von Hobbes wirft Julius vollkommen aus der Bahn, er denkt an all die Verluste in seinem Leben: die Mutter, die er nie kannte, der Vater, der vor mehr als 20 Jahren starb, und Claire, die aus seiner Einsamkeit einen Sommer lang eine Zweisamkeit machte. Am nächsten Tag begibt sich Julius selbst auf die Jagd – sein Ziel sind Jäger. Als einzigen Ausweg für seinen Kummer sieht er die Rache, eine blutige Rache, die auch unschuldige Jäger trifft. Und während er dem wahren Täter immer näher kommt, heftet sich die Polizei auf seine Spuren.
Erbarmungslose Selbstjustiz aufgrund eines toten Hundes – mit „Winter in Maine“ hat der irischstämmige Gerard Donovan einen beeindruckenden Roman geschaffen. Sprachlich brillant lässt er den Leser verstört innehalten – denn kann man für einen Mörder Sympathie empfinden, Verständnis haben? |